Kuny, Domokos

(1754-1822)

 

Sein Vater, Dominique Cuny arbeitete als Meister und Direktor der deutschen Fayencefabrik Durlach, dann bis zu seinem Tod als leitender Meister in der in Ungarn zuerst gegründeten Holitscher Fayencefabrik (auf dem Gebiet der heutigen Slowakei). Seine Mutter, Christine Frank heiratete später einen anderen Meister, Alexander  Hermann.

Graf József Esterházy gründete 1758 eine Fayencefabrik in Tata. Die Produktion wurde erst 10 Jahre später, 1768, mit der Ankunft hervorragender Meister, Fachleute aus Holitsch angefangen.

Der junge Domokos Kuny war erst 15 Jahre alt, als seine Familie 1769 nach Tata kam. Sein Stiefvater, Alexander Hermann wurde Leiter der Tataer Fabrik, wobei seine Mutter sachkundige Partnerin wurde. Nach dem Tod von Hermann (1772) führte Christine Frank zusammen mit ihrem Sohn die Fabrik weiter. Es beweist ihr Wissen, dass diese Periode die Blütezeit der Fabrik bedeutete.

Der junge Kuny war ein hervorragender Kenner der Malerei, des Modellierens, und betrachtete sich als Direktor der Tataer Fabrik. Christine Frank bestimmte aber ihre Tochter aus zweiter Ehe, Theresia Hermann als ihre Nachfolgerin in der Leitung. Mutter und Sohn führten einen Prozess gegeneinander, Kuny forderte die Fabrik als gerechtes Erbe. In den nächsten Jahrzehnten leitete Theresia Hermann die Tataer Fabrik allein, genauso erfolgreich wie ihre Mutter.

Domokos Kuny verließ 1784 Tata und kehrte nie wieder zurück.

Noch im selben Jahr bewarb er sich um die Leitung der stillstehenden Wiener Porzellanfabrik. Zur Rettung der vor der Versteigerung stehenden Fabrik arbeitete er einen detaillierten Plan aus, aber seine Bewerbung wurde vom Wiener Hof nicht ernst genommen. Dann entschied er sich neben Verselbstständigung, und gründete eine Fayencefabrik in Buda. Es beweist die Vorbereitung, Vielseitigkeit von Kuny, dass die Fabrik, – unter deren Mitarbeiter auch Meister aus Tata und Holitsch waren – bald erfolgreich wurde. Ihr Kundenkreis – im Gegensatz zu der Tataer Fabrik – bildete sich nicht aus der adeligen Schicht, sondern aus dem städtischen Bürgertum. Die Produkte der beiden Fabriken unterscheiden sich demnach einigermaßen, da der Zeitstil und Kundenkreis auch anders waren. Kuny vertrat den um 1780-90 verbreiteten Zopfstil fantastisch mit seinen vereinfachten Geschirrformen und einfarbigen Bandsträussen. Es wurde auch englisches Steingeschirr angefertigt, das eine modische Keramikart der damaligen Zeit war, man produzierte auch Marmorfayence aus von Kuny selbst entwickeltem Rohmaterial. Auf die Produkte, die von einwandfreier Qualität und eleganter Erscheinung waren, gewann er 1792 Produktionsprivileg. Domokos Kuny wurde bald anerkanntes Mitglied des Budaer Bürgertums, wohlhabender Bürger, der in seinen Salon Offiziere, Stadtbeamte, Schriftsteller einlud.

Der wegen der Napoleonischen Kriege auftretende Zinn- und Bleimangel stürzte auch die Fabrik des Keramikers in Krise. Dann rückte er mit einer neuen Erfindung, einer durchsichtigen neuen Glasur aus. 1810 überwies Graf Joseph Brunswick Landesrichter zur Erweiterung seiner Fabrik ein größeres Darlehen. Zur gleichen Zeit urteilten die Doktoren der Pester Universität die neue Glasur als giftig und ließen die Fabrik schließen. Kuny ging nach Wien, wo es ihm 3 Jahre lang dauerte seine Erfindung anerkennen zu lassen, aber inzwischen ging die Fabrik pleite.

Domokos Kuny setzte seine Tätigkeit als Keramiker nicht fort und bis zu seinem Tod in 1822 lebte er in Wien.